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Recherchen nach Vermögenswerten der Familie Hagen

Seit 2006 recherchiert Facts & Files im Auftrag der Familie Hagen nach Vermögenswerten der Familie, die ab 1933 verfolgungsbedingt entzogen wurden.

Die Familie Hagen besaß in Berlin das Bankhaus Hagen & Co. Carl Hagen (1856-1938), der Gründer der Bank, wie auch sein Sohn, Louis Hagen (1888-1977), war Mitglied vieler Aufsichtsräte bedeutender Unternehmen. Das Bankhaus Hagen & Co. in Berlin war ein auf Industriefinanzierungen spezialisiertes Finanzinstitut, u.a. finanzierte es die Kapitalerhöhungen für die Bayerischen Motorenwerke AG.

Carl Hagen stiftete gemeinsam mit anderen Berliner Unternehmern zwischen 1904 und 1907 der Nationalgalerie einige impressionistische Gemälde. Carl Hagen kaufte 1894 ein Haus im Berliner Tiergarten. Außerdem erwarb er in der Brandenburger Vorstadt in Potsdam ein schlossartiges Anwesen, das „Carlshagen“ genannt wurde. 

Aufgrund der antijüdischen Gesetzgebung trat das Bankhaus am 1. Januar 1938 in Liquidation. Carl Hagen starb am 30. Januar 1938. Zu diesem Zeitpunkt bemühten sich alle Kinder Carl Hagens um die Emigration.  

Die Vermögenswerte, darunter auch Kunstwerke, mussten unter Zwang verkauft werden oder wurden konfisziert. Einige Kunstwerke stammten aus der Sammlung eines Rechtsanwalts mit dem Namen Dr. Carl Thürling (1887-1955). Diese Kunstwerke wurden ab 1938/39 durch den Kunsthändler Dr. Eduard Plietzsch und den Bankier Simonsohn verkauft.

 

Das Projekt in den Medien

Kontraste, 16. Januar 2014, 22:15 Uhr

"NS-Raubkunst: Bayrische Staatsgemäldesammlungen lassen jüdische Erben abblitzen" 

http://www.rbb-online.de/kontraste/archiv/kontraste-vom-16-01-2014/ns-raubkunst--bayrische-staatsgemaeldesammlungen-lassen-juedisch.html

Fernsehbeitrag in der Mediathek

Presseerklärung der "Kontraste"-Redaktion vom 15. Januar 2014

American Jewish Committee prangert skandalöse Zustände beim Umgang mit NS-Raubkunst anARD-Magazin "Kontraste": Neuer Raubkunst-Verdacht in den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen

http://www.presseportal.de/pm/110520/2640665/american-jewish-committee-prangert-skandaloese-zustaende-beim-umgang-mit-ns-raubkunst-an-ard

Darin heißt es: "Das ARD-Politikmagazin "Kontraste" machte darüber hinaus einen bisher unbekannten Fall von NS-Raubkunst in Bayern ausfindig. Dort fordert die Erbengemeinschaft des ehemaligen jüdischen Bankhauses "Hagen und Co." das Gemälde "Das Zitronenscheibchen" von den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen zurück. Das Berliner Bankhaus wurde 1938 in die Liquidation getrieben und die Familie war gezwungen, zahlreiche Gemälde zu verkaufen, darunter "Das Zitronenscheibchen". 

Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen beharren jedoch darauf, das Kunstwerk des niederländischen Barock-Malers Jacob Ochtervelt sei nicht verfolgungsbedingt verkauft worden. Gleichwohl räumt ihr Generaldirektor Klaus Schrenk in "Kontraste" ein, dass man die Herkunft des Kunstwerks lange Zeit nicht geklärt habe. 

Der Enkel des einstigen Besitzers, Louis Hagen, kritisiert, dass sich für die Museen aus den Washingtoner Prinzipien nur eine moralische Verpflichtung ergibt, nicht aber eine rechtlich bindende Verantwortung, geraubte Kunst zurückzugeben. "Kontraste" sagte er, er fühle sich im Augenblick hilflos, weil er nicht klagen könne und darauf angewiesen sei, dass die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen ihm entgegen kämen." 

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Carl Hagen


Ansprechpartner

Beate Schreiber
Facts & Files
T: +49 (0)30 / 480 986 20
schreiber@factsandfiles.com

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