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Provenienzrecherchen zur Kunstsammlung Richard Semmel

Seit 2002 recherchiert Facts & Files zur Kunstsammlung des Berliner Fabrikanten Richard Semmel.

Facts & Files recherchiert die Genese der Kunstsammlung, die Provenienz der Gemälde sowie deren Verbleib. Richard Semmel sammelte Alte Holländische Meister und moderne Malerei, meist französischer impressionistischer Künstler. Seine Sammlung wurde auch in Veröffentlichungen thematisiert. Ein Portrait von Hans Müelich und einen "Blumenstrauß" von Camille Pissarro erwarb er 1929 bei der Galerie Heinemann in München.

Richard Semmel wurde am 15. September 1875 in Zobten am Berge, Kreis Schweidnitz, geboren. Seine Eltern waren Moritz (1839-1910) und Amalie Silber (1841-1910). Er hatte vier Geschwister. Sein Vater war Getreidehändler. 1885 zog die Familie nach Berlin um. Nach dem Schulbesuch ging Richard Semmel in Berlin in die Lehre bei der Firma Dienstag & Wolff, anschließend zu Julius Salomon und ab 1896 war er für die Berliner Wäschefabrik Arthur Samulon & Co. tätig. 1901 heiratete er die aus Neiße stammende Claire Cäcilie Bruck, die auch aus einer jüdischen Familie stammte. Das Paar hatte keine Kinder.

Bereits 1902 wurde Richard Semmel Prokurist bei Arthur Samulon & Co., ab 1919 alleiniger Eigentümer des Unternehmens. Ab 1925 erbaute der Architekt Adolf Wollenberg für Richard und Claire Semmel eine Villa in Berlin-Dahlem.  Dort lebten die beiden, bis sie im April 1933 Deutschland verließen, um nach Amsterdam zu emigrieren.

In Amsterdam ließ Richard Semmel einen großen Teil seiner Kunstsammlung in zwei Auktionen bei Frederik Muller versteigern, jedoch fanden nicht alle Werke einen Käufer. Einige verbliebene Werke wurden in späteren Jahren in der Schweiz versteigert, andere verblieben in den Niederlanden und wurden dort 1942 konfisziert.

Richard Semmel war mit seiner Frau vor dem Einmarsch der Deutschen in die Niederlande 1940 über Chile und Kuba in die Vereinigten Staaten geflohen. Dort lebten sie in New York. Richard Semmels Frau Claire starb am 30. Mai 1945 in New York. Er versuchte, seine in den Niederlanden verbliebenen Kunstwerke zurückzubekommen und stellte auch in Berlin Entschädigungs- und Wiedergutmachungsansprüche. Richard Semmel starb am 2. Dezember 1950 in New York.

 

 

 

 

Restitutionsentscheidungen: 


2009  - Restutitionskommission der Niederlande
www.restitutiecommissie.nl/en/recommendations/recommendation_175.html

2013  - Restutitionskommission der Niederlande
www.restitutiecommissie.nl/en/recommendations/recommendation_rc_3126.html

2014 - National Gallery of Victoria, Melbourne, Australien Presseerklärung

 

Das Projekt in den Medien


Kulturreport, 11.9.2005, 23:00 Uhr
"Kunstfahnder und Forscher schlagen Alarm"

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Zeitungsausschnitt mit Bild Richard Semmels, 1925.


Ansprechpartner

Beate Schreiber
Facts & Files
T: +49 (0)30 / 480 986 20
schreiber@factsandfiles.com

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