Facts & Files - Think History!Menu

 

Gemälde aus der Sammlung Carl Thürling

Carl Hagen hatte 21 Gemälde holländischer Meister von einem Schuldner namens Carl Thürling in Amsterdam, zur Begleichung von Forderungen vor 1933 übernommen.
 

Dr. Carl Thürling (1887-1955) war Rechtsanwalt und bis 1921 Mitarbeiter beim deutschen Reichswirtschaftsministerium. Anschließend arbeitete er für die Amstelbank in Amsterdam, die der Familie Rothschild gehörte. Die Amstelbank wurde 1931 liquidiert. Daraufhin verließ Thürling Amsterdam und ging nach Berlin, woher er stammte. Er arbeitete dort als Rechtsanwalt und Notar und wurde Mitglied der NSDAP. 1950 beantragte er seine Wiederzulassung als Anwalt in Berlin, was ihm auch gelang. Carl Thürling verstarb 1955 in Berlin. 

Die meisten der Gemälde hatte Carl Thürling offenbar von der Galerie van Diemen & Co. erworben. Diese Galerie hatte Dependancen in Berlin und Amsterdam. Deren Leiter war Dr. Eduard Plietzsch, was auch erklären könnte, warum die Familie Hagen diesen 1938 beauftragte, 13 Gemälde zu verkaufen. Bis auf zwei Gemälde, wurden ab 1938 alle Kunstwerke an Kunsthändler verkauft.

Einige Gemälde aus diesen Zwangsverkäufen konnten bislang wieder ermittelt werden, darunter das „Das Zitronenscheibchen“ von Jacob Ochtervelt und Jan van Goyens „Flußlandschaft".

Das Gemälde von Jacob Ochtervelt befindet sich heute in den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen in München. Dorthin gelangte es als Stiftung der Tochter Fritz Thyssens.

Die „Flusslandschaft“ von Jan van Goyen wurde 2003 vom Mount Holyoke College Art Museum  in South Hadley, Mass., USA, erworben. 

Fulltext search

 


Ansprechpartner

Beate Schreiber
Facts & Files
T: +49 (0)30 / 480 986 20
schreiber@factsandfiles.com