Kriegsende in Berlin

„Der Aufbau“, 11. Mai 1945 © JM Jüdische Medien AG

Erinnerungen an das Kriegsende in Berlin

Zum 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs haben die Berlinische Staatsbibliothek und wir ein Citizen-Science-Projekt ins Leben gerufen, in dessen Rahmen private Dokumente und Fotos aus der Nachkriegszeit (1945–1950) digitalisiert und online verfügbar gemacht werden.

 

Am 16. Mai 2025 fand in der Staatsbibliothek Berlin ein Sammeltag statt, an dem Briefe, Fotos, Tagebücher und andere persönliche Dokumente digitalisiert werden konnten.

Bis zum 30. Juni 2025 war es möglich, Dokumente selbst hochzuladen. Der Upload ist nun geschlossen. Über 95 Beiträge mit fast 2.000 Seiten wurden hochgeladen.

Zusammen mit Informationen zu den Ereignissen und den darin dokumentierten Personen wurden sie unter https://1945.transcribathon.eu/ öffentlich zugänglich gemacht.

DAS PROJEKT IN DEN MEDIEN

„Der Tagesspiegel“ 7. Mai 2025

Briefe, Fotos, Tagebücher: Staatsbibliothek sammelt Erinnerungen an Kriegsende in Berlin.  Dokumente, Notizen und Bilder aus der Nachkriegszeit sind ein Schatz für die Wissenschaft. Auf einem Aktionstag der Stabi werden private Erinnerungen digitalisiert, damit sie nicht verloren gehen.

"V-E Day: 5 Jahre, 8 Monate, 7 Tage war Krieg"

Die Folgen der NS-Diktatur und des Zweiten Weltkriegs waren für die Stadt Berlin verheerend: Es lebten nur noch 2,6 Millionen Einwohner in der Stadt, 28 Quadratkilometer bebaute Fläche waren komplett zerstört und damit allein 600.000 Wohnungen, aber auch zahlreiche Betriebe, Krankenhäuser und die Infrastruktur unbenutzbar.

Von ca. 7.000 Menschen, die seit 1933 als Juden verfolgt wurden und sich versteckt hielten, wurden ca. 1.700 in Berlin befreit. Über 370.000 Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge befanden sich zum Kriegsende in Berlin.

Die Sowjetische Armee war von Ende April bis Anfang Juli 1945 die einzige Besatzungsmacht in Berlin.

Mit der Berliner Erklärung vom 5. Juni 1945 übernahmen die Alliierten die oberste Regierungsgewalt in Deutschland und gliederten das Land in vier Besatzungszonen. Auch Berlin wurde in vier Sektoren aufgeteilt  und von einer Viermächteverwaltung, der Alliierten Kommandantur, verwaltet, die am 11. Juli 1945 zu ihrer ersten Sitzung zusammentrat.

Die Berliner Sektoren orientierten sich meist an den Bezirksgrenzen, wichen aber in Mitte und Kreuzberg mitunter davon ab.

Erst Anfang Juli 1945 kamen die ersten US-amerikanischen und britischen Truppen und im August die restlichen französischen Einheiten nach Berlin.

Damit stand Berlin ähnlich wie Wien unter der Besatzung aller vier Alliierten.

Das Projekt „Erinnerungen an das Kriegsende in Berlin“ ist eine Kooperation zwischen der Staatsbibliothek zu Berlin, Facts & Files Historisches Forschungsinstitut Berlin, Facts & Files Digital Services GmbH und Europeana.
Es war Teil der Berliner Themenwoche „80 Jahre Kriegsende – Befreiung Europas vom Nationalsozialismus“, einer Kooperation mit Kulturprojekte Berlin, gefördert durch das Land Berlin.

Kontakt

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Beate Schreiber
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Erinnerungen bewahren: Ein Aktionstag in der Staatsbibliothek
13.06.2025/0 Kommentare/in Foyer, SBB-Startseite/von SBB Blog-Redaktion von Petra Nowak-Feddersen