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Potsdamer Neueste Nachrichten, November 11, 2005

Erschossen in Moskau (Shot in Moscow)


Totenbuch nennt auch 23 Opfer aus Potsdam

Excerpt in German

Mit "Erschossen in Moskau..." stellten der SPD-Politiker Markus Meckel und Arsenij Roginskij von der russischen Menschenrechtsvereinigung "Memorial" auf der Frankfurter Buchmesse ein ungewöhnliches Werk vor. Dieses "Totenbuch" enthält die Namen und Kurzbiographien von 927 Deutschen, die von 1950 bis 1953 dem stalinistischen Terror zum Opfer gefallen waren. Aus nichtigen Gründen, meist wegen Spionage, zum Tode verurteilt, wurden sie in Moskau erschossen, verbrannt und auf dem Donskoj-Friedhof anonym beigesetzt. Dort ist im Juni ein Gedenkstein für sie enthüllt worden.

In mehrjährigen Recherchen hat Roginskij gemeinsam mit Anne Kaminsky, Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Jörg Rudolph und Frank Drauschke, Historisches Forschungsinstitut Facts & Files Berlin, das Schicksal der in der Sowjetunion un der DDR totgeschwiegenen Opfer aufgeklärt. Wie Mitherausgeber Jörg Rudolph den PNN mitteilte, stammten allein 199 davon aus dem Land Brandenburg, 23 direkt aus Potsdam. Hier wurden vom Sowjetischen Militärtribunal, das im Augusta-Stift tagte, aber auch zahlreiche zuvor im KGB-Gefängnis Leistikowstraße unter unmenschlichen Bedingungen eingekerkerte und gefolterte Häftlinge aus anderen Gebieten Ostdeutschlands und aus Berlin zum Tode verurteilt. [...]

by Erhart Hohenstein

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