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Potsdamer Neueste Nachrichten, March 13, 2006

Erschossen in Moskau (Shot in Moscow)


Potsdam zahlte bei stalinistischen Verfolgungen 1950 bis 1953 hohen Blutzoll / Buch nennt Opfernamen

Excerpt in German

Am 16 Mai 1951 wurde Haribert Radtke von Stasi-Leuten aus einer Straßenbahn der Linie 2 gezerrt und festgenommen. Der 22-jährige Revisor des FDJ-Landesvorstandes tauchte nie wieder auf. Am 28. Mai 1951 holte die Stasi den im Karl-Marx-Werk als Elektroschweißer arbeitenden Günter Mikat ab. Seine Frau und seine beiden Kinder sahen den 37-Jährigen niemals wieder. Erst nach dem Zusammenbruch des Sowjetsystems erhielten die Nachfahren Gewissheit über das tragische Schicksal der Verschleppten. Sie wurden von der Staatssicherheit an die Besatzer übergeben, vom Potsdamer Militärtribunal wegen angeblicher Spionage zum Tode verurteilt und im Moskauer Butyrka-Gefängnis erschossen. Ihre Asche wurde auf dem Donskoje-Friedhof vergraben.

Diese Kenntnisse verdanken die Anghehörigen Memorial International Moskau, der bedeutendsten russischen Menschenrechtsorganisation, und dem historischen Forschungsinstitut Facts & Files. Mit Unterstützung der Stiftung Aufarbeitung haben sie in einem Totenbuch "Erschossen in Moskau" die Schicksale von nicht weniger als 927 Deutschen veröffentlicht, die allein von 1950 bis 1953 aus meist nichtigen Gründen hingerichtet und im Donskoje-Krematorium eingeäschert wurden.
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by Erhart Hohenstein

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