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"Erschossen in Moskau ..."

Die deutschen Opfer des Stalinismus auf dem Moskauer Friedhof Donskoje 1950 - 1953


"Erschossen in Moskau..." ist ein internationales Projekt, gefördert von der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Berlin; gemeinsam bearbeitet und betreut von Facts & Files - Historisches Forschungsinstitut Berlin und Memorial Internationale Gesellschaft für Menschenrechte, Moskau.

Seit 2004 wurden im Rahmen des Projektes die Biografien von ca. 1000 Deutschen recherchiert, die zwischen 1950 und 1953 vom obersten Militärtribunal der sowjetischen Besatzungstruppen in der DDR zum Tode verurteilt und in Moskau erschossen wurden.
In russischen und deutschen Archiven konnten bisher völlig unbekannte bzw. verschlossene Akten erstmals eingesehen und ausgewertet werden. 

Ergänzt durch detailreiche Hintergrundtexte wurden die Biografien im Herbst 2005 in einem Totenbuch publiziert. Darüber hinaus werden die Forschungsergebnisse in einer Wanderausstellung präsentiert, die anhand von Beispielen die Schicksale der Opfer darstellt.
 
Namentlich bekannt sind nunmehr 927 deutsche Opfer sowohl aus der DDR als auch aus West-Berlin und Westdeutschland, die in geheimen Verhandlungen wegen "Spionage", "antisowjetischer Agitation und Propaganda" oder "illegalem Waffenbesitz" nach § 58 des Strafgesetzbuchs der RSFSR das Todesurteil erhielten. Nach ihren Prozessen wurden die Verurteilten in das Gefängnis Berlin-Lichtenberg gebracht und anschließend vom sowjetischen Geheimdienst in getarnten Eisenbahnwaggons nach Moskau verschleppt, wo man sie im Keller des Gefängnisses Butyrka erschoss. Noch in der gleichen Nacht ließ der sowjetische Geheimdienst die Toten im einzigen Krematorium der Stadt auf dem Friedhof Donskoje einäschern. Ihre Asche wurde im Umfeld des Krematoriums in Massengräbern verscharrt. Memorial schätzt die Zahl aller auf dem Friedhof Donskoje bestatteten Opfer des NKWD/MGB auf mehr als 7000 Personen.

Am 3. November 2006 fand ein Workshop mit dem Titel „Sowjetische Militärjustiz in der SBZ und frühen DDR“ in der Gedenkstätte ROTER OCHSE Halle (Saale) statt. Das Programm finden Sie hier: hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/termine/id=6260. Die Beiträge des Workshops wurden im Jahr 2007 publiziert. Die vollständig überarbeitete 3. Ausgabe des Buches ist im Oktober 2008 erschienen. Sie umfasst zwei neue Aufsätze und eine ganze Reihe neuer Fotos.

 

Zum Forschungsprojekt wurde eine Wanderausstellung erstellt, die zwischen 2006 und 2016 an 24 Orten in Deutschland und Österreich gezeigt wurde.

Hier finden Sie weiterführende Literatur zum Thema
GULAG – Das Lagersystem der Sowjetunion.


Publikationen

Erschossen in Moskau ...

Die deutschen Opfer des Stalinismus auf dem Moskauer Friedhof Donskoje 1950-1953

Herausgeber: Arsenij Roginskij, Frank Drauschke und Anna Kaminsky
Auflage: 3. vollständig überarbeitete Auflage
Herausgegeben in: Berlin 2008
Verlag: Metropol Verlag
ISBN 978-3-938690-14-7
Umfang: 480 S.
Preis: 22,00 EUR

Das Buch kann online direkt beim METROPOL-Verlag  bestellt werden.

Hingerichtet in Moskau.

Opfer des Stalinismus aus Berlin 1950 - 1953

Autoren: Jörg Rudolph, Frank Drauschke und Alexander Sachse
Herausgegeben in: Berlin 2007
Verlag: LStU Berlin
ISBN: 978-3-934085-26-8
Umfang: 136 S. Online: www.berlin.de/imperia/md/content/lstu/schriftenreihe/heft_23_3

 

Hingerichtet in Moskau.

Opfer des Stalinismus aus Sachsen 1950 - 1953

Autoren: Jörg Rudolph, Frank Drauschke und Alexander Sachse
Herausgegeben in: Leipzig 2007
Verlag: Evangelische Verlagsanstalt
ISBN: 978-3-374-02450-6
Umfang: 191 S.

Das Forschungsprojekt...


In: Sowjetische Militärjustiz in der SBZ und frühen DDR.
Tagungsband, im Auftrag des Landesverwaltungsamts Sachsen-Anhalt
Autor: Frank Drauschke
Herausgegeben in: Halle 2007
Herausgegeben von: Daniel Bohse und Lutz Miehe

Verurteilt zum Tode durch Erschießen.

Opfer des Stalinismus aus Thüringen, 1950-1953

Autoren: Jörg Rudolph, Frank Drauschke und Alexander Sachse
Herausgegeben in: Erfurt 2006
Verlag: Landeszentrale für politische Bildung Thüringen
ISBN-10: 3-937967-10-9
Umfang: 104 S.

Verurteilt zum Tode durch Erschießen.

Opfer des Stalinismus aus Sachsen-Anhalt, 1950-1953

Autoren: Jörg Rudolph, Frank Drauschke und Alexander Sachse
Herausgegeben in: Magdeburg 2006
Verlag: LStU in Sachsen-Anhalt
Umfang: 120 S.

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Ansprechpartner

Frank Drauschke
Facts & Files
T: +49 (0)30 / 480 986 20
drauschke@factsandfiles.com