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Einweihung eines Gedenksteins für deutsche Opfer in Moskau

Pressemitteilung vom 1.7.2005


Am 1. Juli 2005 um 10.00 Uhr wird auf dem Moskauer Friedhof Donskoje ein Gedenkstein eingeweiht für die mehr als 900 deutschen Opfer stalinistischer Verfolgung Anfang der 1950er-Jahre. An der Gedenkveranstaltung nehmen die offiziellen deutschen Vertreter, Angehörige und Vertreter der Opferverbände teil.

Neben dem Präsidenten des Bundesrates, Matthias Platzeck, werden der Oberbürgermeister von Potsdam, Jann Jakobs, Prof. Alexander Jakowlew, Arsenij Roginskij (Leiter von Memorial Moskau), Vertreter der Angehörigen der Opfer, ein Vertreter der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und weitere Redner auf der Veranstaltung Grußworte sprechen. Für 18.00 Uhr ist ein Gottesdienst angekündigt.
Facts & Files – Historisches Forschungsinstitut Berlin und die Moskauer Menschenrechtsorganisation Memorial International haben dank der finanziellen und inhaltlichen Unterstützung von der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur die Namen der hingerichteten Deutschen recherchiert. Während der Einweihung des Gedenksteins werden die Namenslisten erstmals öffentlich einsehbar sein. Ein im Herbst 2005 erscheinendes Totenbuch und eine Wanderausstellung werden die Ergebnisse der Forschungsarbeit einer breiten Öffentlichkeit bekannt machen.
Auf dem Friedhof Donskoje in Moskau wurden seit den 30er-Jahren die sterblichen Überreste von rund 7000 Opfern des stalinistischen Terrors verscharrt. Unter den bisher namentlich bekannten Opfern fanden sich etwa 950 Deutsche. Diese hatten entweder als Emigranten in der UdSSR Schutz vor dem nationalsozialistischen Terror gesucht oder waren bis zum Jahre 1953 in der SBZ/DDR verhaftet oder aus Westdeutschland verschleppt worden. Die meisten von ihnen wurden von einem geheimen sowjetischen Militärgericht wegen angeblicher "Spionage" oder "antisowjetischer Agitation und Propaganda" zum Tode verurteilt. Nach ihrer Exekution verbrannte man die Leichen im Krematorium von Donskoje und verscharrte die Asche anonym auf dem Friedhof.

Weiterführende Informationen finden Sie unter:
www.stiftung-aufarbeitung.de
www.memo.ru

 

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