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Freie Presse vom 4.5.2007

927 Schicksale dem Vergessen entrissen

Wanderausstellung "Erschossen in Moskau..." in der Sparkasse Oelsnitz eröffnet - Opfer blieben meist ein halbes Jahrhundert unbekannt

 

Auszug

 

Eines der dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte ist seit Mittwoch erstmals im Regierungsbezirk Chemnitz zu besichtigen. [...] Die Schau beschäftigt sich mit 927 Deutschen, die zwischen 1950 und 1953 in der DDR durch sowjetische Militärtribunale verurteilt und in Moskau hingerichtet wurden. [...]

Seit 2004 erforschen Historiker des Institutes Facts & Files Berlin zusammen mit der russischen Menschenrechtsorganisation Memorial Biographien dieser Opfer in einem Forschungsprojekt. Memorial war in russischen Erschießungslisten von Gefangenen aus den 1950er Jahren auf viele deutsche Namen gestoßen. Lange Recherchen führten zu den Schicksalen, die hinter diesen Namen standen. Das Ministerium für Staatssicherheit verhaftete ab 1950 "Feinde" der DDR aus ihren Wohnungen, vom Arbeitsplatz oder entführte sie. Meist unter dem Vorwurf der Spionage wurden sie von der sowjetischen Militärjustiz verurteilt, nach Moskau verschleppt und im Gefängnis Butyrka erschossen. [...]

 

Ronny Hager




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