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möwe Europa-News 11/2005Rezension zum Totenbuch "Erschossen in Moskau..."
Auszug
[...] Lange Zeit glaubte man, in der Zeit ab 1950 seien etwa 50 deutsche Staatsbürger durch sowjetische Justizorgane zum Tode verurteilt und in Moskau hingerichtet worden. Viele Schicksale bleiben ungeklärt. Die Angehörigen hofften oft noch über Jahrzehnte hinweg auf die Rückkehr der in der Sowjetunion Verschollenen, obwohl seit der Entlassung der Kriegsgefangenen nach dem Adenauer-Besuch in Moskau im Jahr 1955 kaum noch Anlaß zu solchen Hoffnungen bestand. Nachfragen über DDR-Dienststellen oder das Deutsche Rote Kreuz blieben zumeist erfolglos, gelegentlich wurde die karge Auskunft "Gestorben auf dem Territorium der Sowjetunion" erteilt. Erst nach dem Sturz der kommunistischen Diktatur konnte Memorial Moskau mit intensiven Nachforschungen beginnen. Bald stellte sich heraus, daß allein auf dem Friedhof des Donskoje-Klosters die Asche von bis zu zehntausend Opfern der sowjetischen Terrorjustiz verscharrt worden war. Die Opfer wurden zumeist kurz vor Mitternacht in der Butyrka in größeren Gruppen erschossen und ihre Hinrichtung in einem Protokoll dokumentiert. [...] Das deutsche Totenbuch vom Donskoje-Kloster bietet zunächst drei bedeutende wissenschaftliche Untersuchungen zur sowjetischen Militärjustiz in der SBZ/DDR von 1945 bis 1955, zu den letzten Dokumenten über die in Moskau erschossenen Deutschen und über die 7 Jahrzehnte des Schweigens, bis die Akten zu sprechen beginnen konnten. Den Hauptteil des Buches aber machen die Biographien der Opfer aus, die rund 300 Seiten füllen. [...] |
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