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Märkische Oderzeitung vom 2./3.7.2005

Den Getöteten einen Namen gegeben

Gedenkstein auf dem Moskauer Donskoje-Friedhof erinnert an 1000 deutsche Opfer des Stalinismus

 

Auszug

 

Fast 1000 deutsche Opfer des Stalin-Terrors liegen auf dem Moskauer Donskoje-Friedhof. Die meisten von ihnen waren DDR-Bürger, die von 1950 bis 1954 von sowjetischen Militärtribunalen verurteilt und in Moskau hingerichtet wurden. An sie erinnert jetzt ein Gedenkstein, den am Freitag der Bundespräsident und brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck enthüllte.

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Über das Schicksal der Getöteten ließ man die Angehörigen lange im Unklaren. Erst die Arbeit von Geschichtsforschern über die stalinistische Repression in der Frostphase des Kalten Krieges brachte Licht in das Dunkel. Das Berliner Forschungsinstitut Facts & Files, die Menschenrechtsorganisation "Memorial", die Stiftung Aufarbeitung und besonders auch der Russland-Experte der brandenburgischen Landesregierung, Helmut Domke, sorgten dafür, dass Schicksale jener in der DDR verhafteten und von sowjetischen Militärtribunalen zum Tode verurteilten Menschen erfasst wurden. Für Arsenij Roginskik von "Memorial" eine notwendige Arbeit: "Wir leben zwar im 21. Jahrhundert, aber die Schrecken des 20. Jahrhunderts begleiten uns noch."

Gemeinsam mit vielen Helfern hat er Hunderte Akten durchforstet, um Namen und Lebensgeschichten von Getöteten in die Gegenwart zu holen. Immer neue Schicksale brachte die Arbeit zu Tage. Statt der ursprünglich 28 Namen, die in den Gedenkstein gemeißelt werden sollten, sind inzwischen 950 Deutsche bekannt, die im Butyrka-Gefängnis ermordet wurden.

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Frank Mangelsdorf




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