Provenienzrecherche
Internetdokumentation Berliner Kunstauktionen von 1933 bis 1945
Die Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste ist Betreiber der Lost Art Internet Database www.lostart.de, die ein gemeinsames Projekt des Bundes und der Länder der Bundesrepublik Deutschland ist und der Erfassung von Kulturgütern dient, die infolge der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und der Ereignisse des Zweiten Weltkriegs verbracht, verlagert oder - insbesondere jüdischen Eigentümern - verfolgungsbedingt entzogen wurden. Die Koordinierungsstelle registriert und dokumentiert Such- und Fundmeldungen zu den Kulturgütern. Die Veröffentlichung der Arbeitsergebnisse der Koordinierungsstelle im Internet ermöglicht eine weltweite Recherche nach verschollenen Objekten und ihren Verlustumständen und soll so helfen, Rückgaben anzubahnen.
Facts & Files erstellt eine Dokumentation von Berliner Kunst- und Kulturgutauktionen zwischen 1933 und 1945, die auf der Internetseite der Koordinierungsstelle veröffentlicht ist und die Provenienzrecherchen unterstützen soll.
Die Akten zu den Auktionen befinden sich im Landesarchiv Berlin (www.landesarchiv-berlin.de). Sie stammen aus dem Bestand der Landesleitung Berlin der Reichskammer der Bildenden Künste. Diese existierte ab 1935. Die Versteigerer hatten der Reichskammer über den Polizeipräsidenten Berlins ihre geplanten Auktionen anzumelden. Diese Meldungen bestehen aus Listen mit Einlieferern und den zu auktionierenden Objekten. Unter den angemeldeten Objekten befinden sich hochwertige Kunstgegenstände ebenso wie einfaches Mobiliar. Einige Akten enthalten zudem Korrespondenz betreffend einzelne Auktionen oder Kunstgegenstände, Auktionskataloge und teilweise Ergebnislisten mit den Namen der Erwerber und den erzielten Preisen. Die Akten gelangten 1989 aus der Oberfinanzdirektion Berlin in das Landesarchiv Berlin. In der Oberfinanzdirektion wurden sie für die Bearbeitung von Rückerstattungsanträgen aufbewahrt, wozu eine Kartei angelegt wurde. Der Bestand umfasst insgesamt 77 Akten, die bereits vor einigen Jahren auf Mikrofilmen gesichert worden sind. Die Laufzeit der Akten beginnt im Jahr 1935 und endet 1944.
Wir erheben die Informationen mit Hilfe einer Datenbank. Sie bereitet die Informationen jeweils zu den Auktionen auf, denen dann die Angaben zu Einlieferern, Käufern und den Objekten zugeordnet wurden. Alle Dokumente, die diese Angaben enthalten, wurden vermerkt.
Die ersten Ergebnisse sind bereits veröffentlicht: www.lostart.de/provenienz/auktionen.php3
Ansprechpartner für dieses Projekt: Beate Schreiber